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Wie kann ich meine Matratze reinigen?

Für eine gesunde Betthygiene: Matratze richtig pflegen und reinigen

Nacht für Nacht dient die Matratze als Schlafunterlage und muss dabei einiges aushalten. Neben der Belastung durch das Körpergewicht lösen sich Haare und Hautschüppchen, außerdem sondert der Körper Schweiß sowie durch die Atmung weitere Feuchtigkeit ab. Ob Blut, Urin, Kaffee, Tee oder Rotwein: Es kann auch einfach mal etwas daneben gehen. Grundsätzlich ist das feuchtwarme Milieu einer Matratze ein Paradies für Milben, Keime und Pilzsporen. Die regelmäßige Reinigung deiner Matratze erfüllt daher nicht nur hygienische, sondern auch gesundheitliche Aspekte. Die Pflege und Reinigung erhöht nebenbei die Langlebigkeit der Schlafunterlage und eine saubere Matratze riecht angenehm frisch, statt zu muffeln.

Allgemeine Tipps zur Matratzenpflege

Vermutlich beziehst du deine Matratze mit einem Bettlaken, das du zusammen mit der übrigen Bettwäsche in der Waschmaschine reinigst. Das Laken bietet bereits einen gewissen Schutz. Daneben hast du weitere Möglichkeiten, die Matratze zu schonen:

  • Matratzenbezug/Encading: abnehmbarer und waschbarer Vollbezug als Rundumschutz
  • Matratzenschoner: waschbare Textilauflage, meist an den Ecken mit Gummizügen fixierbar
  • saugfähige Unterlage: nimmt Schweiß und im Schlaf verlorene Urintropfen auf, waschbar
  • Topper: dickere Auflage, die das Liegegefühl bei einer harten Matratze verbessert und die Matratze schont, Pflege materialabhängig, oft mit abnehmbarem, waschbarem Bezug versehen

Die Reinigung von Bezügen, Schonern und Unterlagen ist alleine von der Handhabung her wesentlich einfacher als die der wuchtigeren Matratze, die zudem durch den Schutz weniger von Verunreinigungen betroffen ist. Achte darauf, dass die Reinigung der Textilien in der Waschmaschine bei mindestens 60 °C möglich ist. Milben, Keimen und Schimmelpilzen erschwerst du die Existenz zusätzlich, indem du die Matratze morgens nach dem Aufstehen bei zurückgeschlagener Decke lüftest. Das wirkt dem feuchten Klima entgegen. Gelegentlich kann sie auch aufrecht an eine Wand gelehnt oder direkt am Fenster belüftet werden. Idealerweise wählst du einen sonnigen Tag: Die UV-Strahlung ärgert Milben und reduziert Keime.

So reinigst du die Matratze trocken und feucht

Bei jedem Wechsel der Bettwäsche empfiehlt sich der Griff zum Staubsauger, um die Matratze von oberflächlichen Verschmutzungen zu befreien. Mit einer weichen Bürste kannst du vorab Verunreinigungen lösen, damit sie sich besser absaugen lassen. Die gründlichere Reinigung gelingt mit einfachen Hausmitteln wie Natronpulver und einem weichen Schwamm.

Bürste und sauge die Matratze zunächst ab und verteile anschließend das Natronpulver auf der Oberfläche. Mit dem trockenen Schwamm kannst du es gleichmäßig verteilen. Natronpulver, zum Beispiel Kaiser Natron, erhältst du in der Drogerie oder Haushaltsabteilung eines gut sortierten Supermarktes. Die erforderliche Menge des Pulvers richtet sich nach der Matratzengröße – für 100 x 200 Zentimeter kannst du etwa 200 Gramm Natron kalkulieren. Nach einer Einwirkzeit von mindestens einer Stunde, bestenfalls aber fünf Stunden oder mehr, saugst du die Matratze erneut ab. Natron hat einen reinigenden und desinfizierenden Effekt, wodurch auch Gerüche beseitigt werden. Weiterhin wirkt es Pilzsporen und Keimen entgegen.

Einmal im Jahr bietet sich dasselbe Prozedere als Feuchtreinigung an. Dazu gehst du wie bei der Trockenreinigung vor, verwendest diesmal aber einen mit heißem Wasser befeuchteten Schwamm. Dadurch entfaltet das Natron seine alkalischen Eigenschaften intensiver direkt im Gewebe. Fette und Eiweiße werden aufgespalten und die gelösten Verschmutzungen können, sobald die Matratze getrocknet ist, wiederum abgesaugt werden.

Mittel gegen Milben, Läuse und Schimmel

Das morgendliche Belüften der Matratze und das tägliche Stoßlüften im Schlafzimmer verbessert das Klima und wirkt bereits in gewissem Grad Milben und dem Schimmelbefall entgegen. Ganz los wirst du Milben in deiner Schlafstätte ohne Chemiekeule jedoch nicht und selbst dann werden sich erneut welche einnisten: Die kleinen Spinnentiere lieben es feuchtwarm, besiedeln mit Vorliebe Textilien und ernähren sich von abgestorbenen Hautschüppchen. Sie sind selbst ungefährlich, ihre Ausscheidungen können allerdings Probleme bereiten. Allergiker bekommen das besonders zu spüren, aber auch so können sich bei starkem Milbenbefall juckende Augen oder morgendliches Niesen einstellen.

Sauerstoff und kühle, trockene Luft mögen Milben weniger. Wartest du beim Wechsel der Bettwäsche einige Stunden mit dem neu Beziehen der Matratze und lüftest dabei ordentlich, wirkst du der übermäßigen Vermehrung der Milben entgegen. Effektiver wird es durch das komplette Belüften der Matratze am offenen Fenster, idealerweise bei Sonnenschein, um Milben und Keime zu reduzieren. Das wirkt gleichermaßen der Schimmelbildung entgegen. Lässt es die Konstruktion der Matratze zu, kannst du sie auch gelegentlich umdrehen, so dass die Oberseite zur Unterseite wird.

Läuse sitzen eigentlich auf dem Kopf. Bei einem Befall ist es ratsam, auch die Kleidung und die Bettwäsche in die Behandlung einzubeziehen. Textilien sind bei mindestens 60 °C zu waschen. Ist das nicht möglich, bekommst du beim Arzt oder in der Apotheke einen geeigneten Waschzusatz oder ein Bekämpfungsmittel für die Umgebung, etwa ein Spray für die Matratze.

Gegen Schimmelbefall hilft die Reinigung mit Natron. Hartnäckigere Schimmelflecken wirst du durch die zusätzliche Verwendung von Essigessenz los: Trage etwas Essigessenz mit einem Schwamm auf, streue Natronpulver darüber und verteile es gleichmäßig mit dem Schwamm. Nach dem vollständigen Trocknen bürstest und saugst du die Stelle sorgfältig ab. Alternativ zu Essigessenz eignet sich Zitronensaft und falls kein Natron zur Hand ist, kannst du Dir mit Speisesalz behelfen. Ansonsten gilt für Schimmelsporen dasselbe wie für Milben: Eine gute Durchlüftung und UV-Strahlung sind wirksame Mittel.

Universalmittel gegen Flecken

Flecken sind am einfachsten zu entfernen, wenn sie bald nach ihrer Entstehung behandelt werden. Ein Universalmittel ist Natronpaste: Verrühre einen 50-Gramm-Beutel Natronpulver mit so viel warmem Wasser, dass eine Paste entsteht. Ideal ist etwa eine Konsistenz wie Zahnpasta. Trage die Paste auf den Fleck auf, nach der vollständigen Trocknung bürstest und saugst du die Rückstände ab. Natronpaste ist beispielsweise bei Schweißflecken geeignet oder bei Verschmutzungen, die vielleicht dein Hund mit ins Bett und auf die Matratze gebracht hat.

Urinflecken entfernen

Du benötigst

  • Küchentücher
  • weiche Bürste
  • Essigessenz oder Zitronensaft
  • kaltes Wasser

Küchentücher nehmen bei einem frischen Urinfleck die Feuchtigkeit auf. Auf den verbleibenden Fleck träufelst du Essigessenz oder Zitronensaft und lässt die Flüssigkeit einwirken. Mit der Bürste entfernst du danach die Verunreinigungen und mit kaltem Wasser wischst du die letzten Rückstände von der Matratze. Bei der Entfernung bereits getrockneter Urinflecken kann eine Nachbehandlung mit Natronpaste sinnvoll sein.

Blutflecken entfernen

Du benötigst

  • Küchentücher
  • Schwamm
  • Zitronensaft
  • Salz
  • kaltes Wasser

Ist der Blutfleck frisch, saugst du so viel wie möglich mit Küchentüchern auf und gehst anschließend mit dem befeuchteten Schwamm darüber. Verbleibende Rückstände behandelst du mit einer Paste aus Zitronensaft und Salz, was auch bei bereits getrocknetem Blut das Mittel der Wahl ist. Nach mindestens einstündiger Einwirkzeit entfernst du die Paste vorsichtig mit Küchentüchern und nimmst eventuelle weitere Rückstände mit dem feuchten Schwamm auf. Bei besonders hartnäckigen Blutflecken kann es helfen, wenn du zunächst Salz darauf streust und befeuchtest. Erst danach verfährst du wie beschrieben mit der Paste weiter. Eine Nachbehandlung mit Natronpaste kann zusätzlich helfen.

Flecken durch Erbrochenes entfernen

Du benötigst

  • Küchentücher
  • Natron
  • Wasser
  • Schwamm
  • Bürste/Staubsauger

Mit Küchentüchern beseitigst du so viel Erbrochenes wie möglich. Mit dem nassen Schwamm befeuchtest du die Stelle, gibst anschließend Natronpulver darauf und verteilst es mit feuchtem Schwamm. Nach vollständiger Trocknung bürstest du die Stelle aus und saugst Rückstände ab.

Rotweinflecken entfernen

Du benötigst

  • Küchentücher
  • weiche Bürste
  • Schwamm
  • Mineralwasser mit Kohlensäure
  • Spülmittel
  • Salz
  • Wasser

Einen frischen Rotweinfleck auf der Matratze bestreust du großzügig mit Salz. Ist er bereits angetrocknet, befeuchtest du ihn vorab mit angefeuchtetem Schwamm. Das Salz saugt einerseits die Feuchtigkeit auf und hat andererseits einen aufhellenden Effekt. Mit der Bürste löst du vorsichtig das Salz und nimmst es mit Küchentüchern auf. Benetze die Stelle danach mit dem Mineralwasser, gib etwas Spülmittel auf den feuchten Schwamm und verreibe es. Mit klarem Wasser behandelst du nach.

Kaffeeflecken entfernen

Du benötigst

– Küchentücher
– Schwamm
– warmes Wasser
– Natron oder Gallseife

Bei einem frischen Kaffeefleck saugst du zuerst einen Teil der dunklen Flüssigkeit mit Küchentüchern auf. Befeuchte den Fleck anschließend oder einen trockenen direkt mit dem gewässerten Schwamm. Nun gibst du Natronpulver darauf oder verteilst Gallseife mit einem Küchentuch. Nach rund 20 Minuten Einwirkzeit arbeitest du mit einem feuchten Schwamm nach. Gegebenenfalls ist die Prozedur zu wiederholen oder Natronpaste zu verwenden, die du etwas länger einwirken lässt.

Wie oft sollte deine Matratze gereinigt werden?

Flecken entfernst du am besten, wenn sie ganz frisch sind. Bereits eingetrocknete Substanzen sind hartnäckiger und erfordern mehr Zeitaufwand sowie gegebenenfalls Wiederholungsbehandlungen. Zur regelmäßigen Reinigung zählt ansonsten bereits das Lüften der Matratze, da es Milben, Keime und Pilzsporen reduziert. Belüften kannst du sie täglich nach dem Aufstehen, indem du die Decke zurückschlägst oder diese selbst nebst Kissen am offenen Fenster durchlüften lässt. Zudem bietet jeder Wechsel der Bettwäsche zugleich eine Gelegenheit, die Matratze einige Stunden durchlüften zu lassen und sie gründlich abzusaugen.

Die Trockenreinigung mit Natron ist weniger häufig erforderlich, es sei denn, die Matratze wird durch starkes Schwitzen in Mitleidenschaft gezogen. Plane die Trockenreinigung zwei- bis dreimal jährlich ein. Zwischendurch erhält die Matratze neue Frische, wenn sie einige Stunden am offenen Fenster steht. Im Winter oder bei feuchter Witterung kannst du sie auch aufrecht an eine Heizung stellen. Die warme Heizungsluft trocknet sie immerhin durch und sorgt so bei Milben und Keimen für ein unliebsameres Klima. Einmal im Jahr ist eine gründlichere Feuchtreinigung zu empfehlen.

Verwendest du zusätzliche Textilien zum Schutz der Matratze, kann das einigen Aufwand bei der Matratzenreinigung ersparen, sofern Schonbezüge oder Auflagen bei 60 °C waschmaschinengeeignet sind. Diese sind eher von Verunreinigungen und Flecken betroffen als die Matratze selbst und leichter zu reinigen.

Eine sorgfältige Pflege kann die Lebensdauer einer Matratze beträchtlich verlängern. Ob aufgrund von Liegekuhlen, Rückenproblemen oder starken Verunreinigungen, die du mit den üblichen Hausmitteln nicht entfernen kannst: Früher oder später hat jede Matratze ausgedient und es ist Zeit für eine Neuanschaffung. Dann stellt sich die Frage: Wohin mit dem alten Exemplar? Eine Möglichkeit ist die Abholung durch den Sperrmüll oder die Abgabe bei einer entsprechenden Annahmestelle. Möchtest du etwas für die Umwelt tun, gibt es außerdem die Option des Recyclings, ebenfalls verbunden mit komfortabler Abholung der Altmatratze.